PSYCHOEDUKATION

DEFINITION

Psychoedukation bezeichnet die systematisch-didaktische Information von Patienten über die Erkrankung und deren Behandlung. Diese Informationen sollen das Krankheitsverständnis und den selbstverantwortlichen Umgang mit der Krankheit fördern und bei der Krankheitsbewältigung unterstützen. Psychoedukation spielt vor allem in der Verhaltenstherapie eine große Rolle: dabei geht es um die aktive Informationsvermittlung und die Behandlung allgemeiner Krankheitsaspekte (Bäuml & Pitschel-Walz, 2003).

WIRKPRINZIPIEN UND ZIELE

Mithilfe von Psychoedukation können sich Patienten neues, wissenschaftlich fundiertes Wissen bezüglich der Störung, an welcher sie leiden, aneignen. Hierdurch können nicht nur bisher bestehende falsche Vorstellungen und Missverständnisse korrigiert, sondern auch damit in Verbindung stehende dysfunktionale Kognitionen geändert werden. Die Vermittlung von Informationen als auch eine sachliche Aufklärung von Patienten und Angehörigen kann– durch die strukturierende Wirkung – entlastend wirden. In Folge dessen wird angenommen, dass sowohl der Behandlungsoptimismus und die Therapiemotivation als auch die eigenverantwortliche, aktive Mitarbeit des Patienten gestärkt wird (Mühlig, 2004).

DURCHFÜHRUNG

Psychoedukative Interventionen können sowohl im Einzel- als auch im Gruppensetting angeboten werden. Zur Vermittlung der Inhalte werden unterschiedliche methodisch-didaktische Mittel wie beispielsweise Gruppendiskussionen, Rollenspiele und Verhaltensübungen eingesetzt. Zusätzlich zu den verbal dargebotenen Informationen können schriftliche Materialien (wie z. B. Broschüren und Selbsthilfemanuale) die psychoedukativen Maßnahmen ergänzen (Mühlig & Jacobi, 2011).

SPEZIFISCHE KRANKHEITSINFORMATION

Über die Massenmedien und das soziale Umfeld der Patienten können fehlerhafte Informationen bezüglich der betreffenden Störung dazu führen, dass Annahmen entwickelt werden, welche mit den wissenschaftlichen Erklärungsmodellen und rational begründeten Therapiezielen nicht übereinstimmen. Aus diesem Grund ist eine strukturierte Vermittlung von störungsbezogenen Informationen, die beispielsweise Ursachen, Entstehungsbedingungen als auch den Verlauf einer Erkrankung erklären, zu Beginn der Therapie besonders wichtig (Mühlig & Jacobi, 2011).

QUELLEN

  • Mühlig, P. (2004). Compliance: Formen und messmethodische Fragen. Praxis–Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation, 17(65), 45-52.
  • Mühlig, S., & Jacobi, P. D. F. (2011). Psychoedukation. In Klinische Psychologie & Psychotherapie (pp. 477-490). Springer Berlin Heidelberg.
  • Bäuml J. & Pitschel-Walz G. (Hrsg.) (2003). Psychoedukation bei schizophrenen Erkrankungen. Stuttgart: Schattauer.