PANIKSTÖRUNG

WAS IST EINE PANIKSTÖRUNG?

  • Menschen, die unter einer Panikstörung leiden, berichten von wiederholten, unerwarteten und nicht mit einer bestimmten Situation oder einem bestimmten Objekt verbundenen Panikattacken.
  • Im Rahmen der Panikattacke erleben die Betroffenen intensive Angstzustände (Angst zu sterben oder die Kontrolle zu verlieren), die von intensiven körperlichen Reaktionen wie Schwindel, Herzrasen, Übelkeit, Taubheitsgefühlen, Hitzewallungen / Kälteschauer und Atemnot begleitet werden.
  • Meist wird eine starke Einschränkung im Leben berichtet, da das unvorhersehbare Auftreten der Panikattacken zu Sicherheits- und Vermeidungstendenzen und damit einhergehenden Einschränkungen im beruflichen und privaten Alltag führen kann.
  • Etwa 3-5 % der Bevölkerung leiden unter einer Panikstörung, wobei ca. 20 % der Bevölkerung mind. einmal im Leben eine Panikattacke erfahren haben.

WIE ENTSTEHT EINE PANIKSTÖRUNG?

  • Eine Panikattacke beginnt meist mit einem Teufelskreis aus körperlichen, emotional-affektiven und Wahrnehmungsvorgängen, die sich wechselseitig aufschaukeln. Panikpatienten achten meist verstärkt auf physiologische Abläufe und Symptome des Körpers: dadurch wird die Angst verstärkt und es folgt eine Angstreaktion in Form von weiteren, körperlichen Symptomen, wie beispielweise Herzklopfen oder Atemnot. Dieser Teufelskreis wird durch eine erhöhte Aufmerksamkeit auf körperliche Symptome und der Angst vor weiteren Panikattacken erneut verstärkt; dadurch können weitere Panikattacken entstehen.
  • Die Ursachen für das Entstehen einer Panikstörung sind vielfältig. Eine biologische (genetisch vermittelte) und psychologische Vulnerabilität (frühere Erfahrungen mit unvorhersehbaren und unkontrollierbaren Ereignissen) kann ein Grund dafür sein, dass es zur Erkrankung kommt. Insbesondere physiologische Vorgänge können unterschiedliche aktuelle Auslöser haben (körperliche Anstrengung, Kaffee-/Koffeinkonsum, Hitze etc.).

WIE WIRD DIE SYMPTOMATIK AUFRECHTERHALTEN?

WELCHE THERAPIEMÖGLICHKEITEN GIBT ES?

  • Eine Panikstörung ist mit Hilfe von verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten gut therapierbar. Die Wirksamkeit von Psychotherapie ist wissenschaftlich bestätigt.
  • In der Verhaltenstherapie gibt es z.B. die kognitive Therapie, in der es um die Bearbeitung von ungünstigen Gedankenmustern (Wahrnehmung körpereigener Vorgänge als Warnzeichen, Steigerung der Angst bei körpereigenen physiologischen Vorgängen) und einem Hinterfragen von automatisch auftretenden Gedanken geht. Die Bewertung und Interpretation von bestimmten Situationen und Reizen, die zur Aufrechterhaltung der jeweiligen Symptomatik beitragen, wird hierbei verändert und im Rahmen der Psychoedukation hinterfragt.
  • Zusätzlich können mithilfe von Entspannungstechniken und Atemübungen Angstsymptome reduziert und einer Hyperventilation vorgebeugt werden; dadurch wird der Umgang mit den körperlichen Symptomen verbessert und die Angst vor weiteren Panikattacken vermindert.

WAS IST VERHALTENSTHERAPIE?

  • Die Verhaltenstherapie ist ein psychotherapeutisches Verfahren, dessen Wirksamkeit zur Behandlung psychischer Erkrankungen wissenschaftlich belegt wurde. Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass die Ursachen für die psychische Erkrankung, wie z. B. negative Gedankenmuster und ungünstige Verhaltensweisen, erlernt wurden. Somit lässt sich durch das Aufdecken der erlernten Muster eine Veränderung in Form einer Neubewertung und ein Erlernen neuer, gesundheitsförderlicher Verhaltensweisen erzielen.
  • Die Verhaltenstherapie bedient sich dabei unterschiedlicher Elemente, wie Gespräche, Rollenspiele, Gedankenprotokolle, Übungen, Hausaufgaben und die behutsame Konfrontation mit Ängsten bzw. belastenden Situationen.
  • Zu jeder Verhaltenstherapie gehört auch eine Diagnostikphase, die es ermöglicht, eine auf die Bedürfnisse des Patienten ausgerichtete Therapie durchzuführen und Therapieerfolge sichtbar zu machen. Für die Diagnose einer Panikstörung werden Betroffene in der Regel gebeten, die Panik- und Agoraphobieskala auszufüllen.

WAS KANN ICH SELBST BEACHTEN?

  • Wichtig ist es, sich vor Augen zu halten, dass es Möglichkeiten gibt, eine Panikstörung erfolgreich zu behandeln. Die Erwartungshaltung sollte hierbei realistisch sein. Eine Psychotherapie wird es nicht schaffen, Symptomfreiheit in wenigen Tagen zu erzielen. So wie ungünstige Verhaltensmuster, Vermeidungs- und Angstverhalten über einen längeren Zeitraum erlernt und gefestigt wurden, benötigt es auch Zeit und Geduld, um diese zu verändern.
  • Eine emotionale Unterstützung durch Angehörige und Freunde ist sehr wichtig. Wenn möglich, suchen Sie Halt in Ihrem sozialen Umfeld.
  • Das Üben zuhause in Form von Hausaufgaben ist nützlich, um eine dauerhafte Verbesserung zu ermöglichen. Nehmen Sie sich bewusst Zeit, das neu gelernte Verhalten auszuprobieren und zu trainieren.

LITERATURHINWEISE UND LESETIPPS:

  • Heinrichs N (2007) Ratgeber Panikstörung und Agoraphobie, Hogrefe Verlag.
  • Schneider S & Margraf J (1998) Agoraphobie und Panikstörung. Fortschritte der Psychotherapie, Hogrefe Verlag.