SPEZIFISCHE PHOBIEN

WAS IST EINE PHOBIE?

Menschen, die eine Phobie haben, berichten in der Regel, dass sie panische Angst vor Tieren, Höhen, Blut, Spritzen, Flugzeugen etc. haben. Betroffene versuchen, Situationen, in denen sie den angstbesetzten Reizen ausgesetzt sind, zu vermeiden. Dies kann problematisch werden, wenn Menschen dadurch z. B. nicht mehr zum Arzt gehen oder nicht mit dem Flugzeug verreisen können.

Etwa 8-10% der Bevölkerung leiden unter einer Phobie.

WIE ENTSTEHT EINE PHOBIE?

Die Ursachen für das Entstehen einer Phobie sind vielfältig. Gewisse evolutions-biologische Einflüsse können bei der Entstehung eine Rolle spielen: Furcht oder Vorsicht bei gefährlichen Tieren kann entstanden sein, weil sie schon früher eine Bedrohung für Menschen waren (z. B. Spinnen, Schlangen).

Sehr häufig sind bei Phobien allerdings Erfahrungen in der Kindheit und weitere negative Erlebnisse die Ursache.

WIE WIRD DIE SYMPTOMATIK AUFRECHTERHALTEN?

Durch Vermeidungsverhalten werden angstbesetzte Situationen umgangen, was kurzfristig zu einer Angstlinderung führt: Es hat dafür gesorgt, dass man sich besser fühlt und wird dadurch verstärkt (bei der nächsten angstbesetzen Situation wird wieder eine Konfrontation vermieden). Eine Prüfung, ob man in der Realität eventuell angemessen mit der Situation umgehen kann, erfolgt nicht mehr. Die Angstsymptomatik bleibt bestehen und verfestigt sich über die Zeit.

WAS FÜR THERAPIEMÖGLICHKEITEN GIBT ES?

Phobien sind mit Hilfe von verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten gut therapierbar. Die Wirksamkeit von Verhaltenstherapie ist wissenschaftlich bewiesen.

In der Verhaltenstherapie gibt es z.B. die Konfrontationstherapie. Dabei wird der Patient entweder direkt („in vivo“, z. B. mit einem echten Hund) oder indirekt in Gedanken („in sensu“) mit seinen Ängsten oder angstbesetzten Situationen konfrontiert.

Da bisher die Angst durch Vermeidungsverhalten reduziert wurde, ist es wichtig zu lernen, dass die Angst nach einer Weile von alleine absinkt. So kann das gelernte Angstverhalten reduziert werden und ein günstigeres Bewältigungsverhalten erlernt werden. Dieses Vorgehen wird mit viel Unterstützung und nach Vorbereitung durchgeführt.

Neben der Therapie kann auch zusätzlich zur Konfrontation das Aneignen von Bewältigungsstrategien eine Verbesserung erzielen.

LITERATURHINWEISE UND LESETIPPS

  • Callahan, R. J. (2009). Leben ohne Phobie. VAK-Verlag.
  • Hamm, A. (2006). Spezifische Phobien. Göttingen: Hogrefe.