Persönlichkeitsstörung (Borderline)

Was ist eine Persönlichkeitsstörung?

  • Menschen, die unter einer Persönlichkeitsstörung leiden, berichten von persönlich empfundenen Einschränkungen, das eigene Leben flexibel zu gestalten und sich an ungewohnte oder neue Situationen anzupassen, was häufig zu gravierenden subjektiven Beschwerden führt.
  • Insbesondere in sozialen Beziehungen fühlen sich Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung häufig missverstanden und leiden unter Konflikten im privaten sowie beruflichen Umfeld. Meist wird eine starke Einschränkung des alltäglichen Lebens aufgrund der auftretenden Symptomatik berichtet, wodurch ein hoher Leidensdruck bei den Betroffenen entsteht.

Was ist eine Borderline-Persönlichkeitsstörung?

  • Eine Borderline-Persönlichkeitsstörung ist insbesondere durch eine emotionale Instabilität und Impulsivität geprägt, die zu starken Gefühlen von Ärger und Wut führen kann. Im Allgemeinen berichten Betroffene von einem rapiden Wechsel von sich widersprechenden Gefühlen sowie einem chronischen Gefühl der Leere.
  • Menschen, die an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung leiden, berichten häufig von der Angst verlassen zu werden und dem Wunsch nach intensiven zwischenmenschlichen Beziehungen. Dabei kommt es häufig zu einem Wechsel zwischen der Abwertung bzw. Idealisierung von Bezugspersonen.
  • Durch Unsicherheiten bezüglich der eigenen Identität, Beziehungsprobleme und Gefühlsschwankungen kommt es zu Schwierigkeiten in der Aufrechterhaltung von stabilen Beziehungen und einem geregelten Alltagsleben, was für die Betroffenden sehr belastend ist.

Wie entsteht eine Borderline-Persönlichkeitsstörung?

  • Die Ursachen für das Entstehen einer Borderline Persönlichkeitsstörung sind vielfältig und können durch genetische, biologische und psychosoziale Faktoren bedingt werden.
  • Insbesondere psychosoziale Faktoren wie Gewalterfahrungen oder Vernachlässigung in der Kindheit werden häufig mit dem Auftreten der Erkrankung in Beziehung gebracht. Diese Faktoren führen dazu, dass die Welt für die Betroffenen häufig als unberechenbar und schwer einschätzbar wahrgenommen wird.

Wie wird die Symptomatik aufrechterhalten?

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

  • Persönlichkeitsstörungen und im speziellen eine Borderlinestörung ist mit Hilfe von verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten gut therapierbar und führt zu einer Verminderung des Leidensdrucks bei Betroffenen.
  • Die eigene Persönlichkeitsentwicklung wird als kontinuierlicher Prozess betrachtet, wodurch die gezielte Intervention zu einer positiven Veränderung führen kann.
  • Die Wirksamkeit von Psychotherapie im Bereich von Persönlichkeitsstörungen, so z.B. die Dialektisch Behaviorale Therapie bei Borderline, ist wissenschaftlich bestätigt.
  • Im Fokus der Therapie stehen insbesondere das Erlernen einer adäquaten Regulation der eigenen Emotionen sowie ein Aufbau der sozialer Kompetenzen und eine Verbesserung der Beziehungsfähigkeit. Zudem wird der Patient im Rahmen der Therapie unterstützt, eigene störende Denk- und Verhaltensmuster zu hinterfragen und mithilfe von gezielten Strategien und dem Erwerb von Skills (Coping-Strategien) aufzubauen.
  • Häufig wird das Verfahren der Dialektisch Behavioralen Therapie angewandt, ein Methode die durch eine Balance zwischen Strategien zur Veränderung des eigenen Verhaltens mit gleichzeitiger Unterstützung der Aktzeptanz des eigenen Selbst gekennzeichnet ist.

Was ist Verhaltenstherapie?

  • Die Verhaltenstherapie ist ein psychotherapeutisches Verfahren, dessen Wirksamkeit zur Behandlung psychischer Erkrankungen wissenschaftlich belegt wurde. Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass die Ursachen für die psychische Erkrankung, wie z. B. negative Gedankenmuster und ungünstige Verhaltensweisen, erlernt wurden. Somit lässt sich durch das Aufdecken der erlernten Muster eine Veränderung in Form einer Neubewertung und ein Erlernen neuer, gesundheitsförderlicher Verhaltensweisen erzielen.
  • Die Verhaltenstherapie bedient sich dabei unterschiedlicher Elemente, wie Gespräche, Rollenspiele, Gedankenprotokolle, Übungen, Hausaufgaben und die behutsame Konfrontation mit belastenden Situationen.
  • Zu jeder Verhaltenstherapie gehört auch eine Diagnostikphase, die es ermöglicht, eine auf die Bedürfnisse des Patienten ausgerichtete Therapie durchzuführen und Therapieerfolge sichtbar zu machen.

Was kann ich selbst beachten?

  • Wichtig ist es, sich vor Augen zu halten, dass es Möglichkeiten gibt, Persönlichkeitsstörungen erfolgreich zu behandeln, in dem Sinne, dass der Leidensdruck der Betroffenen erheblich gesenkt werden kann.
  • Eine emotionale Unterstützung durch Angehörige und Freunde ist sehr wichtig. Wenn möglich, suchen Sie Halt in Ihrem sozialen Umfeld. Neu erworbene Strategien zu Hause zu trainieren ist nützlich, um eine dauerhafte Verbesserung zu ermöglichen.

Literaturvorschläge:

  • Fiedler, P. (2000). Persönlichkeitsstörungen. In J. Markgraf (Hrsg.), Lehrbuch der Verhaltenstherapie, (S. 395-411). Berlin: Springer.
  • Sendera, A. & Sendera, M. (2007). Skills Training bei Borderline und Posttraumatischer Belastungstörung. Wien: Springer.
  • Bohus, M. & Reicherzer, M. (2012). Ratgeber Borderline-Störung. Informationen für Betroffene und Angehörige. Göttingen: Hogrefe.